Seniorinnen und Senioren im Ammerland
Foto: Ammerländer Seniorinnen und Senioren in Geselligkeit
Im Ammerland leben zur Zeit über 25.000 Frauen und Männer, die 60 Jahre und älter sind, und es werden künftig noch mehr sein. Angesichts einer bis zu dreißig und mehr Jahren dauernden Altersphase wundert es nicht, dass der Ruhestand nicht als Stillstand gilt.
Die weit überwiegende Mehrheit der Seniorinnen und Senioren lebt selbstbestimmt im eigenen Haushalt und will nicht beschäftigt werden, sondern aktiv ihr Leben gestalten.
Schöne Beispiele dafür sind das ehrenamtliche Engagement der Seniorenbeiräte in allen Ammerlandgemeinden und beim Landkreis sowie unsere Initiativen zur Wohnberatung oder Begleitung von Existenzgründern durch Ältere.
Aber auch die Themen Qualität in der Pflege und Entlastung pflegender Angehöriger liegen uns sehr am Herzen. Der Ammerländer Kreistag hat deshalb 2003 einen Kreisseniorenplan als Handlungs- und Orientierungsrahmen für die zukünftige Seniorenpolitik beschlossen. Er befasst sich im Schwerpunkt mit den Bereichen Wohnen, Mobilität, Selbstständigkeit im Haushalt, Gesundheit sowie mit Aktivitäten im Alter.
Gleichzeitig haben wir auch die Koordinierungsstelle für Seniorenarbeit beim Landkreis Ammerland eingerichtet, damit die Seniorinnen und Senioren eine feste Anlaufstelle in der Kreisverwaltung haben und die vielfältigen Handlungsempfehlungen aus dem Seniorenplan gezielt umgesetzt werden können.
Seniorenplan - 1. Fortschreibung
Der demographische Wandel macht sich auch bei uns im Landkreis Ammerland bemerkbar. Seit 1970 hat sich die Anzahl der Menschen über 60 Jahre mehr als verdoppelt. Inzwischen sind jede vierte Ammerländerin und jeder vierte Ammerländer 60 Jahre alt oder älter. Doch das Alter gibt es in der Generation älter werdender Menschen schon längst nicht mehr. Alter hat heute die vielfältigsten Gesichter, die Lebensphase Alter kann dabei durchaus 30 oder gar 40 Jahre umspannen. Noch nie waren ältere Menschen so lange „jung“, noch nie war „grau so bunt“ und noch nie war eine Seniorengeneration so gut ausgebildet, so qualifiziert und so aktiv.
Dieser Wandel birgt viele Chancen und stellt uns zugleich auch vor große Herausforderungen, denn lange gewachsene Strukturen verändern sich heute zum Teil drastisch. Den Frauen und Männern der mittleren Generation, die im Arbeitsleben stehen, wird eine zunehmende berufliche Mobilität abverlangt, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verkompliziert. Für die Älteren bedeutet dies häufig, dass soziale Kontakte und Aktivitäten vermehrt außerhalb des Familienverbandes gesucht und gepflegt werden. Im Krankheitsfall oder bei Pflegebedarf steht deshalb die Familie immer öfter nicht mehr kontinuierlich zur Unterstützung zur Verfügung.
Um im Ammerland die Chancen dieser Entwicklung aufzugreifen und für die Problemlagen möglichst optimale Lösungen zu finden, hat der Kreistag schon im Jahre 2003 einen Seniorenplan für den Landkreis beschlossen. Dieser Seniorenplan hat bis heute auf vielen Gebieten Wirkung gezeigt: Ehrenamtliche Wohnberater, die Musterwohnung für altersgerechtes Wohnen oder das Netzwerk Haupt- und Ehrenamtlicher „Wohnen im Alter“ unterstützen die Selbstständigkeit im eigenen Haushalt. Die medizinische Versorgung im Ammerland für ältere Menschen ist durch die Palliativstation in der Ammerlandklinik, den Palliativstützpunkt und das im Bau befindliche stationäre Hospiz verbessert worden. Seniorensport wird gezielt gefördert, in der Versorgung Demenzerkrankter konnten wesentliche Verbesserungen erzielt werden. Vorbildhaft sind auch die hervorragenden Beispiele für generationenübergreifendes Miteinander wie z.B. der Konsultationskindergarten in Apen oder die Ammerländer Wirtschaftssenioren.
In seiner Sitzung am 9. Dezember 2009 hat der Kreistag einstimmig die erste Fortschreibung dieses Seniorenplans beschlossen - als neuen Handlungs- und Orientierungsrahmen für die zukünftige Seniorenpolitik im Ammerland. In dieser Fortschreibung finden sich neben der Auswertung der bisher geleisteten Arbeit und der Darstellung neuester Daten viele aussagekräftige Interviews, die mit Expertinnen und Experten aus den vielen Feldern der Seniorenarbeit im Ammerland geführt wurden. Gerade diese Einschätzungen und Prognosen der haupt- und ehrenamtlichen Akteure vor Ort machen die neuen Handlungsanforderungen an die zukünftige Seniorenpolitik im Ammerland besonders deutlich und wertvoll.
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